Ist der Abschluss einer Privaten Krankenversicherung (PKV) oder Restkostenversicherung zur Beihilfe trotz Brustimplantaten möglich?

Private Krankenversicherung (PKV) oder Restkostenversicherung zur Beihilfe trotz Brustimplantat versicherbar
Das Wichtigste zu PKV & Brustimplantaten
Sie haben Brustimplantate und planen den Wechsel in die Private Krankenversicherung? Das ist ein sensibles Thema, bei dem es auf die Details ankommt. Hier ist, was Sie wirklich wissen müssen:
- Ja, ein Abschluss ist möglich, aber die Unterschiede sind gewaltig. Die Reaktionen der Versicherer reichen von einer pauschalen Ablehnung über Verträge mit riskanten Leistungsausschlüssen bis hin zu fairen Angeboten mit einem kalkulierbaren Risikozuschlag. Die Wahl des richtigen Anbieters ist alles entscheidend.
- Der entscheidende Unterschied: Zuschlag statt Ausschluss. Ein Risikozuschlag bedeutet, Sie zahlen etwas mehr, sind aber für alles, was mit Ihrer Brust zusammenhängt, voll versichert. Ein Leistungsausschluss ist gefährlich: Er spart zwar Geld, lässt Sie aber bei zukünftigen Komplikationen, einem nötigen Austausch oder sogar bei einer Krebs-Nachsorge im Brustbereich komplett im Stich. Ein fairer Zuschlag ist fast immer die sicherere und bessere Wahl.
- Der Schlüssel zum Erfolg: Ihr Implantat-Pass & die anonyme Anfrage. Ohne die genauen Daten Ihrer Implantate (Hersteller, Modell, OP-Datum) ist eine faire Prüfung unmöglich. Mit diesen Informationen können wir über eine anonyme Risikovoranfrage gezielt die wenigen Versicherer finden, die Ihnen faire Konditionen ohne gefährliche Ausschlüsse anbieten.
(Brust) Implantate und die Versicherbarkeit in der Privaten Krankenversicherung (PKV) und Restkostenversicherung zur Beihilfe
Viele Private Krankenversicherer sind nicht oder nur unter gewissen Voraussetzungen bereit Interessenten zu versichern, die in der Vergangenheit eine Brust-OP mit Implantaten durchgeführt haben. Es gibt in der Privaten Krankenversicherung (PKV) Abfragezeiträume für ambulante oder stationäre Operationen. Diese gelten hier jedoch nicht, da es sich um ein Implantat mit einem Implantat Ausweis handelt. Diese Gesundheitsumstände sind dauerhaft und haben keine zeitliche Befristung. Ein Implantat ist auf jeden Fall anzugeben.
Ergänzend zur reinen Operation bewerten Versicherer die Implantat-Hersteller und die Implantate sehr unterschiedlich
Es gibt nicht nur verschiedene Formen und Größen. Es gibt auch verschiedene Implantat-Arten und Implantat-Materialien.
Implantatbeschichtungen:
Zum Beispiel: Polyurethan oder Silikon
Implantatfüllungen:
Silikongel, Kochsalzlösung (mit und ohne spätere Erweiterung), Strukturimplantate und Kompositimplantate.
Zudem müssen die Implantate über eine medizinische Zulassung und eine CE-Kennzeichnung verfügen.
Weitere Details wie z. B. Namen von Herstellern oder Herstellungsverfahren lassen wir hier erstmal außen vor.
Wichtig ist das Implantat Zertifikat für die Private Krankenversicherung (PKV)!
Jedes Implantat hat ein Zertifikat, in dem eine Seriennummer eingedruckt ist. Aus dieser Seriennummer lässt sich sehr viel in Erfahrung bringen. Ähnlich wie bei einem KFZ-Kennzeichen in Kombination mit der FIN (Fahrzeugidentifikationsnummer) bei einem KFZ.
Das Zertifikat zum Implantat gibt zum Beispiel Auskunft über die klinische Erprobung, die Herstellung (Hersteller, Land, Datum), die Lieferkette, der Aufbewahrungs- und Lagerstätten, der Operation (Klinik, Arzt, Ort, Datum), und sogar gemeldete Probleme der Implantate wie z.B. Rückrufaktionen, die aus materiellen Gründen entstehen und sich auf die Gesundheit auswirken können. Dies sind nur einige Informationsbeispiele.
Operationen, die in Deutschland durchgeführt wurden, werden häufig positiver bewertet als Operationen in anderen Ländern.
Das Zertifikat wird von den privaten Krankenversicherern unter Umständen als Nachweis angefordert.
Ergänzend sind auch folgende Aspekte zu betrachten:
- Ist es das erste Implantat?
- Wie lange ist das Implantat bereits im Körper?
Wir als ungebundener Versicherungsmakler sehen unsere Aufgabe nicht darin philosophisch mit jedem Krankenversicherer über dessen Ansicht zu diskutieren. Wir möchten unseren Kunden und Interessenten dabei helfen, den passenden Versicherungsschutz beim passenden Versicherungsunternehmen zu finden. Aus dem Grund haben wir bei den Privaten Krankenversicherern (PKV) diese Anfrage gestartet. Diese Anfrage spiegelt jedoch den damals aktuellen Stand wider. Aktuell kann sich einiges geändert haben. Aus dem Grund macht eine erneute Anfrage über uns Sinn.
Unsere Voranfrage zu Implantaten beim Abschluss einer Privaten Krankenversicherung (PKV) lautete wie folgt:
"dies ist eine Grundsatzanfrage. Bei der Anfrage gibt es neben der Brust-OP inkl. Implantat keine weiteren gesundheitlich erschwerenden Angaben. Es gibt keinerlei weitere Angaben bei den Gesundheitsfragen. Es gibt kein Geburtsdatum, keine Größe, kein Gewicht und kein Geschlecht.
Benötigen Sie dies dennoch, nehmen Sie bitte folgende Musterdaten:
Weiblich
165 cm
60 kg
01.01.1980
Diplom Kauffrau angestellt über JAEG
In den letzten zwei Jahren haben wir immer wieder mit Personen zu tun, die eine Brust-OP inkl. Implantat durchgeführt haben. Grund hierfür war oft eine Schwangerschaft und die Veränderung der Brust nach der Stillzeit. Es liegen und lagen keinerlei Erkrankungen vor. Es geht rein um das Implantat.
Leider stellt sich die Beantragung einer PKV / Restkostenversicherung in diesem Fall häufig als schwierig heraus. Aus dem Grund bitten wir Sie uns folgende Fragen schriftlich per Mail verbindlich zu beantworten. Bitte schreiben Sie hinter jeden einzelnen Punkt:
- Ist der Interessent trotz Brust-OP inkl. Implantat bei Ihnen versicherbar, wenn die OP und Heilung abgeschlossen ist?
- Benötigen Sie Zusatzinformationen für die Versicherbarkeit?
- Wenn ja, welche (Zertifikate Implantat, Implantatbeschichtung, Implantatfüllung,…)?
- Mit welchen Informationen ist der Interessent wie versicherbar?
- Versichern Sie Zuschlagsfrei oder erheben Sie einen Zuschlag"
- Unter welchen Voraussetzungen versicherbar mit oder ohne Zuschlag?"
Experten-Tipp: Warum ein Zuschlag fast immer besser ist als ein Ausschluss.
Ein Risikozuschlag bedeutet, Sie zahlen etwas mehr, sind aber für alles, was mit der Brust zusammenhängt, voll versichert. Ein Leistungsausschluss ist gefährlich: Sie sparen zwar den Zuschlag, aber der Versicherer zahlt dann für nichts, was mit den Implantaten oder der Brust zu tun hat – auch nicht für eine Krebs-Nachsorge nach einer Implantatentfernung. Wir raten fast immer von Ausschlüssen ab.
So reagieren Versicherer auf Brustimplantate (Stand: Juli 2025)
Unsere anonyme Risikovoranfrage zeigt: Die Haltung der Versicherer ist extrem uneinheitlich. Die Angebote lassen sich grob in drei Kategorien einteilen: Faire Lösungen (mit Zuschlag), riskante Angebote (mit Ausschluss) und klare Ablehnungen.
Kategorie 1: Faire Lösungen (Annahme mit Risikozuschlag)
Diese Anbieter versichern Sie vollumfänglich, verlangen aber einen Aufschlag für das erhöhte Risiko.
| Versicherer | Annahme möglich? | Angebotene Konditionen | Bewertung | |
| Barmenia | ✅ Ja | Ggf. Normalannahme oder ca. 5-15 % Zuschlag. | ✅ Sehr gute & faire Option. Einer der wenigen Anbieter, der sogar eine normale Annahme prüft. | |
| LKH | ✅ Ja | Risikozuschlag, eventuell Normalannahme bei Eigenfett. | ✅ Sehr gute & faire Option. Bietet flexible und kundenfreundliche Lösungen an. | |
| ARAG | ✅ Ja | Risikozuschlag (z.B. 15-35 %). | Faire Option. Der Schutz ist umfassend, aber der Prozess ist aufwendig und der Zuschlag kann hoch ausfallen. | |
| DKV | ✅ Ja | Risikozuschlag (mindestens 29 %). | Teuer, aber sicher. Sie erhalten vollen Schutz, zahlen aber einen der höchsten Aufschläge am Markt. | |
| Hanse Merkur | ✅ Ja | Fester Zuschlag (ca. 35 €). | Fair, wenn Bedingungen erfüllt. Stellt klare Anforderungen an die OP (z.B. Ort, Implantatgröße). | |
| SDK | ✅ Ja | Risikozuschlag (ca. 35 %). | Teuer, aber sicher. Der Schutz ist umfassend, aber der Zuschlag ist hoch. |
Kategorie 2: Riskante Lösungen (Annahme mit Leistungsausschluss)
Diese Anbieter schließen alle Kosten rund um die Brust aus. Das scheint günstig, ist aber im Ernstfall extrem gefährlich.
| Versicherer | Annahme möglich? | Angebotene Konditionen | Bewertung | |
| Allianz | ⚠️ Ja, aber... | Leistungsausschluss für alle Kosten im Zusammenhang mit dem Implantat. | ⚠️ Riskant. Spätere Komplikationen oder ein nötiger Austausch sind nicht versichert. | |
| BBKK / UKV | ⚠️ Ja, aber... | Breiter Leistungsausschluss für Implantate und deren Folgen. | ⚠️ Sehr riskant. | |
| Continentale | ⚠️ Ja, aber... | Leistungsausschluss für Entfernung, Wechsel und Folgen. | ⚠️ Riskant. | |
| Inter | ⚠️ Ja, aber... | Leistungsausschluss (wird grundsätzlich immer vereinbart). |
| |
| Signal Iduna | ⚠️ Ja, aber... | Sehr breiter Leistungsausschluss, der Komplikationen und Folgen explizit nennt. | ⚠️ Sehr riskant. | |
| Universa | ⚠️ Ja, aber... | Leistungsausschluss für alle damit verbundenen Kosten. | ⚠️ Riskant. | |
| R+V | ⚠️ Ja, aber... | Zuschlag (35 €) UND Leistungsausschluss. | ❌ Doppelte Benachteiligung. Sie zahlen mehr und sind trotzdem nicht voll versichert |
Kategorie 3: Keine Lösung (Ablehnung oder keine Prüfung)
Diese Anbieter bieten aktuell keine Möglichkeit für einen Vertragsabschluss.
| Versicherer | Annahme möglich? | Bewertung |
| Alte Oldenburger | ❌ Nein | Klare Ablehnung. |
| Concordia | ❌ Nein | Klare Ablehnung. |
| Hallesche | ❌ Nein | Klare Ablehnung. |
| Axa | ❓ Unklar | Keine Vorentscheidung, aufwendiger Prozess. |
| Nürnberger | ❌ Nein | Verweigert die Prüfung von Pauschalanfragen.. |
Status: Live-Report (Letzte Aktualisierung: Juli 2025)
Die Annahmerichtlinien der Versicherer zu diesem Thema ändern sich. Wir führen kontinuierlich anonyme Voranfragen durch und aktualisieren diese Übersicht regelmäßig.
Die Antworten auf unsere Voranfrage zu Implantaten beim Abschluss einer Privaten Krankenversicherung (PKV) lauteten wie folgt:
PVK trot Brustimplantate - Ein Blick hinter die Kulissen der Risikoprüfung
Für Sie war es vielleicht eine rein ästhetische und längst erfolgreich abgeschlossene Operation. Für einen Risikoprüfer einer Versicherung ist es jedoch ein komplexer Fall mit mehreren schwer kalkulierbaren Zukunftsrisiken. Um die oft frustrierend unterschiedlichen und vorsichtigen Reaktionen der Versicherer zu verstehen, muss man ihre drei Hauptsorgen kennen:
- Geplante zukünftige Kosten: Implantate halten nicht ewig
Ein Brustimplantat ist wie ein hochwertiges Bauteil – es hat eine begrenzte Lebensdauer. Versicherer kalkulieren fest damit, dass nach 10, 15 oder 20 Jahren eine Austausch- oder Entfernungs-Operation medizinisch notwendig werden kann (z.B. aufgrund von Materialermüdung). Diese fast schon planbaren, zukünftigen Operationskosten sind der häufigste Grund für einen pauschalen Risikozuschlag. Die Versicherung bepreist damit ein zukünftiges, sehr wahrscheinliches Ereignis.
- Das unkalkulierbare Risiko von Komplikationen (Stichwort: Kapselfibrose)
Die häufigste und für Versicherer teuerste Komplikation ist die Kapselfibrose. Dabei bildet der Körper eine verhärtete und oft schmerzhafte Gewebekapsel um das Implantat, was nicht selten eine aufwendige Folge-Operation erfordert. Hinzu kommen unvorhersehbare Risiken wie Implantat-Rupturen oder ein Verrutschen der Implantate. Da diese Ereignisse jederzeit und ohne Vorwarnung auftreten können, führen sie bei vielen Anbietern zu einem kompletten Leistungsausschluss, um sich vor diesen unkalkulierbaren Kosten zu schützen.
- Das "Trauma" der Branche: Vergangene Implantat-Skandale
Was viele nicht wissen: Die gesamte Versicherungsbranche wurde durch den Skandal um minderwertige PIP-Implantate vor einigen Jahren nachhaltig geprägt. Dieser Fall führte zu teuren Rückrufaktionen, einer Klagewelle und großem Misstrauen. Seitdem prüfen Versicherer die Herkunft und Qualität (Hersteller, CE-Zertifizierung, Herstellungsland) von Implantaten extrem genau. Genau deshalb ist Ihr Implantat-Pass das wichtigste Dokument. Operationen im außereuropäischen Ausland oder Implantate von unbekannten Herstellern werden daher oft pauschal und ohne weitere Prüfung abgelehnt.
Diese drei Faktoren erklären, warum eine professionell aufbereitete, anonyme Anfrage mit allen Details so entscheidend ist. Unsere Aufgabe als Ihr Berater ist es, den Versicherern durch Vorlage aller Zertifikate und Berichte zu beweisen, dass bei Ihnen hochwertige Implantate verwendet wurden und das Komplikationsrisiko gering ist, um so eine faire und sichere Lösung für Sie zu finden.
Ihr sicherer Weg zur PKV mit Brustimplantaten: Die 4-Schritte-Anleitung
Ein Brustimplantat ist kein Hindernis für eine gute Private Krankenversicherung – wenn man den Prozess richtig angeht. Diese 4 Schritte sind Ihr bewährter Fahrplan zu einem fairen und sicheren Versicherungsschutz.
Schritt 1: 📁 Alle Unterlagen zusammenstellen (Detektivarbeit!)
Das A und O für eine erfolgreiche Anfrage ist eine lückenlose Dokumentation. Bevor Sie irgendetwas anderes tun, suchen Sie bitte folgende Unterlagen zusammen:
- Der Implantat-Pass: Das mit Abstand wichtigste Dokument. Er enthält Hersteller, Modell und Seriennummer. Ohne ihn geht fast nichts.
- Der OP-Bericht: Falls vorhanden, liefert er dem Versicherer wichtige Details zum Eingriff.
- Aktuelles Attest: Ein kurzes, aktuelles Schreiben Ihres Gynäkologen, das den komplikationslosen Zustand und die unauffällige Vorsorge bestätigt, kann Gold wert sein.
Je mehr hochwertige und positive Informationen wir haben, desto besser ist unsere Verhandlungsposition.
Schritt 2: 🚫 Der wichtigste Schritt – Stellen Sie keine eigene Anfrage!
Wir können es nicht genug betonen: Gehen Sie niemals selbst zu einem Versicherer oder auf ein Online-Vergleichsportal. Eine unvorbereitete Anfrage wird mit hoher Wahrscheinlichkeit pauschal abgelehnt oder mit einem schlechten Angebot (einem gefährlichen Leistungsausschluss) beantwortet. Eine einmal offiziell registrierte Ablehnung kann Ihnen alle weiteren Wege bei anderen Anbietern erschweren.
Schritt 3: 🕵️♀️ Die anonyme Risikovoranfrage starten lassen
Mit Ihren vollständigen Unterlagen starten wir als Ihr spezialisierter Makler die anonyme und professionell aufbereitete Anfrage. Wir präsentieren Ihren individuellen Fall (natürlich ohne Ihren Namen zu nennen) gezielt nur bei den Versicherern, von denen wir aus Erfahrung wissen, dass sie faire Lösungen anbieten, anstatt pauschal abzulehnen.
Schritt 4: ✅ Die Angebote richtig bewerten: Zuschlag vor Ausschluss
Wir legen Ihnen die verbindlichen, schriftlichen Ergebnisse vor. Jetzt kommt die entscheidende Bewertung, bei der wir Sie unterstützen:
- Ein fairer Risikozuschlag ist fast immer ein gutes Zeichen – Sie zahlen etwas mehr, sind aber voll versichert.
- Ein Leistungsausschluss für die Brust ist hingegen eine rote Flagge. Sie sparen zwar den Zuschlag, bleiben aber auf allen zukünftigen Kosten für Komplikationen, Austausch oder sogar Krebs-Nachsorge im Brustbereich sitzen.
Auf dieser transparenten Grundlage treffen Sie eine sichere und fundierte Entscheidung für den bestmöglichen Schutz.
FAQ - die häufigsten Fragen und Antworten zur PKV mit Brustimplantaten




















