Werbeente oder langfristig sinnvoll investieren?
Am Ende einer Geldanlage zählt immer nur das Ergebnis.
Produkte mit Garantien, übergeordnetem Management und Absicherungsinstrumenten sind immer leichter zu verkaufen. Hier wird dem Anleger vorgegaukelt, dass er die Entwicklung der Märkte nach oben immer mitmacht und er keine Angst vor Einbrüchen haben muss. Dass dies so nicht funktionieren kann ist verständlich.
Garantien:
Ein Kunde, der eine Garantie haben möchte, darf nicht in Aktien investieren. Ein Garantiefonds mit Aktienanteil ist eine Werbeente. Aktien erwirtschaften langfristig eine Rendite von 6-7% über der Inflation. Bei einem Garantiefonds muss hiervon noch die Garantiegebühr abgezogen werden. Diese macht zwischen 1,5 und 2 Prozentpunkte aus. Somit bleibt eine Rendite von 4% - 5,5% über der Inflation.
Zudem besteht für einen Garantiefonds zwar die Möglichkeit in Aktien zu investieren, doch wird er das auch zu sehr hohen Prozentsätzen dauerhaft machen?
Die Antwort hierauf liegt auf der Hand. Warum sollte er? Er verdient an der Garantie und somit geht er kein "Risiko" ein, dass er bei falschen Entscheidungen bezahlen muss.
Einen "Alibianteil" an Aktien wird er halten, aber er wird meistens einen Großteil in Festgeld belassen.
Wenn man bei langfristigem Festgeld von einer Rendite, die zwischen 3% und 4,5% über der Inflation liegt, ausgeht und hiervon 1,5 bis 2 Prozentpunkte Rendite für die Garantie abschneidet, dann bleibt nicht mehr viel übrig. Aus diesem Grund werden Garantiefonds auch keine bessere Rendite als 1 - 4% über der Inflation erwirtschaften können. Sollte man jedoch Pech haben und das Management versteht seinen Job nicht, kann die Rendite schnell noch kleiner oder sogar negativ werden. Denn wir reden hier die ganze Zeit von Rendite nach Inflation, der Garantiefonds garantiert aber keinen Kaufkrafterhalt, sondern nur den Geldwert.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Garantien für den Anleger schlecht sind.
Das Ziel eines Garantiefonds ist nicht die Rendite, sondern der Erhalt des Kapitals. Die Rendite dient nur als Bonus.
Wenn Garantien langfristig jedoch nicht erstrebenswert sind, wie investiert man dann sein Geld?
Was ist langfristig der sinnvollste Weg? Betrachten wir die Bilder 1 und 2.

Bild 1: Wertentwicklung des Templeton Growth Fund in logarithmischer Darstellung von 1955 bis 2004.
Langfristig steigen Aktien immer!
Kommt dann noch gutes Management dazu, sieht es so aus wie in Bild 1.

Bild 2: Vergleich der Wertentwicklung eines Aktienfonds (Templeton Growth Fund) und eines Rentenfonds (DWS Vermögensbildungsfonds R) zwischen 1970 und 2004.
Soviel zu der Frage "Renten oder Aktien?".
Für die Antwort auf die Frage nach dem langristig besten Weg kann man das bekannte Bankendreieck heranziehen und kommt zu dem Ergebnis, dass Investitionen in die Wirtschaft am sinnvollsten sind.
Man kann es volkswirtschaftlich jedoch noch etwas anders formulieren. Zwischen Garantiezinsen (Staatsanleihen, Sparkassenbriefen,...) und Risikokapital (Aktien, Ventur Capital,...) muss es immer einen Renditeunterschied geben. Dieser betrug in der Vergangenheit im Schnitt um die 3%. Dieser Unterschied sorgte dafür, dass es Menschen gab, die der Wirtschaft Geld zur Verfügung stellen. Diese nutzte es für technische Neuerungen wie die Telegraphenmasten, die Eisenbahn, das Internet und derzeit sehr stark für die Biotechnologie.
Sollte dieses Risikokapital einmal dauerhaft keine Rendite über dem garantierten Zins erbringen, wäre keiner mehr bereit, der Wirtschaft Geld zur Verfügung zu stellen. Es gäbe keine Investitionen mehr. Es gäbe auch kein Wachstum mehr. Neue Ideen würden nie Kapital finden. Das würde dazu führen, dass unser Wirtschaftssystem zusammenbrechen würde.
Das bedeutet aber auch, dass es langfristig keine Alternative zur Geldanlagen in der Wirtschaft gibt.
Der Weg des "kleinen Mannes" sich an der Wirtschaft zu beteiligen, ist der Weg der Aktie.
Um jedoch die richtigen Aktien ordern zu können, benötigt man ein ausgeprägtes Wissen, etwas Geld, viel Zeit und nicht zuletzt aktuelle Informationen sowie die Fähigkeit, diese auch zu interpretieren. Nimmt man diese Faktoren zusammen, stellt man schnell fest, dass es nicht möglich ist, ein dauerhaft solides Aktienportfolio selbst zusammenzustellen. Der Markt ist zu groß.
Auch die Spezialisierung auf eine Branche, ein Land oder eine Region hilft einem nicht weiter.
Vor 20 Jahren war Japan der aufsteigende Aktienmarkt, seit diesem Zeitraum hat sich der Markt nicht mehr besonders gut entwickelt. Genauso verhält es sich mit deutscher Kohle. Zu den Zeiten des ersten und zweiten Weltkrieges ein wesentlicher Wirtschaftszweig, heute ist er aus deutscher Sicht zu vernachlässigen. Um sein Geld optimal anlegen zu können, wird ein branchenübergreifendes, internationales Management benötigt. Dieses wird auf kurze Sicht nie die Rendite eines einzelnen Sektors, einer einzelnen Branche oder einer einzelnen Region erwirtschaften, aber über lange Zeiträume eine sichere und solide Rendite erbringen.
Branchen- und länderübergreifendes Management kann man sich über Fonds einkaufen. Aber welchen Fonds, der über 6000 angebotenen, soll man kaufen?
Dachfonds:
Diese Unsicherheit machen sich Dachfonds zu nutze.
Sie übernehmen für den Anleger die Auswahl der Fonds. Dieser muss sich dann darüber keine Gedanken machen. Am Ende kostet das den Anleger im besten Fall zwischen 1 und 2 Prozentpunkte an Rendite für das Management (siehe Bilder 3 und 4). Gehen wir von der oben genannten Rendite der Aktien von 6% - 7% nach Inflation aus, schmälert dies wieder die Rendite. Wir liegen dann nur noch bei 4% - 6%. Die Wunschvorstellung, dass das übergestellte Management die Markttrends besser erkennt und somit aufgrund von Market-Timing und Branchengewichtung die Rendite stabilisiert und nach oben treibt, hat sich schon immer als Flop erwiesen. Jeder internationale Aktienfonds kann diese Gewichtungen auch selber vornehmen. Warum sollten die kleinen und großen Vermögensverwaltungen plötzlich etwas schaffen, dass ihnen noch nie dauerhaft bei ihren internationalen Fonds gelungen ist. Normalerweise laufen Dachfonds, genau wie gemanagte Depots, dem Trend hinterher. Das bedeutet sie investieren zu spät und verkaufen zu spät. Das kostet dann wieder zusätzliche Rendite.
Dies führt zu folgender Feststellung:
Die Argumentation zum Verkauf von Dachfonds ist sehr schlüssig und gut durchdacht, bei genauerem hinschauen erweist sie sich jedoch ebenfalls als Werbeente (siehe Bilder 3 und 4). Hier wird wieder nur der Anteil der Provision für die einzelnen Gesellschaften erhöht. Die Gesellschaften gewinnen, nicht der Kunde. Wir sind gespannt, wann der erste Dachfonds, aus Dachfonds bestehend, entwickelt wird.

Bild 3: Vergleich der Wertentwicklung eines Dachfonds (MK DF-Chance) zu drei Einzelfonds (Templeton Growth Fund, Fidelity European Growth und Nordea North American Value USD).

Bild 4: Vergleich der Wertentwicklung eines Dachfonds (MK DF-Chance) zu einer gemischten Anlage bestehend aus 50% Aktien und 50% Renten.
Aus dieser Argumentation ergeben sich folgende Fragen:
Benötigt man wirklich ein übergeschaltetes Management?
Oder, wie finde ich die richtigen Fonds?
Das Ziel ist es, langfristig eine sichere und hohe Rendite durch Aktienfonds zu erwirtschaften. Genau wie bei einer Krankenversicherung schaue ich mich jetzt erst einmal nach den harten Faktoren um.
| 1. | Ich benötige einen internationalen Fonds, der ein Anlagevolumen von mindestens 100 Mio. Euro verwaltet. Fonds erhalten immer eine Managementgebühr. Diese beträgt normalerweise zwischen 0,75% und 2% des Anlagevermögens. Bei 100 Mio. Euro Anlagevermögen und 1% Verwaltungskosten bedeutet dies, dass das Management 1 Mio. Euro für die Geschäftstätigkeit zur Verfügung hat. Das ist sehr wenig. Bei kleineren Fondsvolumen liegt es somit auf der Hand, dass dieses Management nicht über die Geldmittel für gutes Research verfügt. |
| 2. | Nur ältere Fonds kaufen. Bei diesen sieht man, wie sie Krisen gemanagt haben. Auch sieht man, ob sie einen klaren Anlagestil habe, oder immer dem Trend hinterherlaufen. Bei der Analyse solcher Fonds kann man zudem erkennen, ob der Erfolg aufgrund von Glück oder Fachwissen erzielt wurde. Über lange Perioden gibt es kein Glück. |
| 3. | Nur Fonds von Gesellschaften kaufen, die tatsächlich auch weltweite Kompetenz und Researchabteilungen besitzen. Sparkasse, Volksbank, Raiffeisenbank und andere können dies auf keinen Fall bieten. Ihre Fonds erwirtschaften zumeist nur gute Renditen, wenn der Heimatmarkt läuft (siehe Bilder 5 und 6). |
| 4. | Kenntnisse von Veränderungen in der Branche. Dabei können wir Ihnen helfen. Wenn ein Managementstil geändert wird, oder ein Fondsmanager wechselt, kann das ein Grund für einen Fondswechsel sein. |
| 5. | Und zuletzt die in der Vergangenheit erzielte Rendite nach Kosten. Was nützt es, wenn alle oben genannten Kriterien erfüllt sind und man dennoch keinen guten Fonds bekommt, weil das Management sein Handwerk nicht versteht. |
Im internationalen Bereich gibt es einige interessante Fonds, die die obigen Gesichtspunkte erfüllen. Es handelt sich hierbei jedoch nicht mehr um tausende, sondern eher um 10-30 gute Fonds.
Warum soll man schließlich mit seinem Geld experimentieren, wenn die Gewinner schon feststehen?

Bild 5: Vergleich der Wertentwicklung des Uni Global Fonds mit dem Templeton Growth Fund zwischen 1993 und 2004. Welchen Fonds würden Sie wählen? Beide sind gut bewertet! Europa und Amerika sind in den letzten Jahren gut gelaufen...

Bild 6: ...Aber was war vorher? Asien, Japan... Vergleich der Wertentwicklung des Uni Global Fonds mit dem Templeton Growth Fund zwischen 1960 und 2004.
Sind Sie auch an einer langfristigen und soliden Geldanlage interessiert? Wir helfen Ihnen gerne weiter!
Letzte Aktualisierung: Juli 2004
Autor: Alexander Koch




