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Dachfonds in der Fondspolice?


Altersvorsorge ist wichtig, schließlich geht es um die Erhaltung des Lebensstandards.
Mit einer Fondsgebundenen Versicherung sorgt man vor und erzielt höhere Renditen als bei einer klassischen Lebensversicherung - nun ja, nur wenn auch das Fondskonzept stimmt.


Da gibt es die scheinbar glücklichmachende Lösung eines Dachfonds.


Die Idee ist die professionelle Vermögensverwaltung auch für den Kleinsparer. Mit kleinen Sparraten kann dieser an der Entwicklung eines kompletten Portfolios aus mehreren erstklassigen Fonds teilhaben. So profitiert der Kleinanleger von den besten Fondsmanagern der Welt. Handfeste Steuervorteile - Fondsmanager dürfen Fondsanteile auch vor Ablauf eines Jahres steuerfrei verkaufen - sind ebenso Werbeargument wie die Tatsache, dass Dachfonds-Manager ihre Fonds ohne oder zu verminderten Ausgabeaufschlag/Gebühren beziehen.



Allgemein und insbesondere innerhalb einer Fondspolice überzeugen diese Argumente nur vordergründig. Schließlich ermöglichen gute Fondspolicen den Zugriff auf eine große Auswahl erstklassiger Fonds verschiedener Gesellschaften - und das oft ohne/zu verminderten Ausgabeaufschlägen und ohne/mit geringen Switchkosten.


Auf den ersten Blick sehen Anleger nur den Ausgabeaufschlag und die Verwaltungsgebühr des Dachfonds, doch die wirklichen Kosten sind wohl nur schwer zu errechnen (Management, Gebühren der Unter-Fonds). Für den Anleger bleibt somit nur schwer nachvollziehbar, ob eine unterdurchschnittliche Performance in schlechten Anlageentscheidungen oder in zu hohen Kosten begründet liegt. Fonds verursachen Kosten, das weiß jeder, Leistung kostet schließlich Geld und gute Leistung darf auch mehr kosten - wenn ein gutes Anlageergebnis dabei herauskommt ...


Als Beispiele für ein aktiv gemanagtes Dachfondskonzept sollen drei hier nicht näher genannte, unabhängige Dachfonds dienen. Sie werden mit der Direktanlage in die Fondsschwergewichte verglichen. Selbstverständlich soll hier nicht dem Dachfonds-Konzept einzelner Gesellschaften der Schwarze Peter untergeschoben werden, die Untersuchung anderer Dachfonds führt zu ähnlichen (teilweise noch erschreckenderen) Entdeckungen.


Eines vorweg:


  • Verschiedene Fondskategorien sollten nicht in ein und derselben Abbildung miteinander verglichen werden - das stimmt.
    Ziel ist hier deshalb nicht die Fondsauswahl. Die Einzelfonds sind somit zusammengefasst als Schwergewichte des Dachfonds in der Gesamtheit zu betrachten.
  • Der Vergleichszeitraum hat keine Aussagekraft in Bezug auf die langfristige Entwicklung von Aktienfonds. Im vorliegenden Fall existieren die Dachfonds jedoch noch nicht lang genug und die Abbildungen können allenfalls Tendenzen aufzeigen.


Also aktives Management oder einmalige Auswahl erstklassiger Fonds (bis zum Ablaufmanagement bei Vertragsende) ... schauen wir mal:




Beispielhafter Vergleich von Dachfonds 1 zu internationalen Aktienfonds


Dachfonds Beispiel 1

  Anteil Fonds Rendite p.a.
Zusammensetzung zum 31.10.2002: 17,0% Templeton Global (Eur) A dis -8,02%
  17,0% Morgan Stanley Global Value Equity A -4,27%
  17,0% Anglo Irish Bank Global Equity -12,96%
  16,7% ACMGl Global Growth Trends AX(US$) -3,99%
  10,2% DWS Akkumula -8,86%
  9,9% DWS Vermögensbildungsfonds I -5,92%
  9,7% DWS Intervest -5,63%
       
       
Vom 01.11.1999 bis 31.10.2002: Dachfonds 1 -14,56%




Beispielhafter Vergleich von Dachfonds 2 zu internationalen Aktienfonds


Dachfonds Beispiel 2

  Anteil Fonds Rendite p.a.
Zusammensetzung zum 31.10.2002: 8,6% DIT-Dresdner GS US Equity C -4,40%
  8,5% MLIIF U.S. Focused Value A 15,91%
  7,5% Griffin Eastern European 21,67%
  6,3% Gartmore Continental Europe -2,72%
  6,2% Threadneedle European Select -3,65%
  6,1% HSBC GIF Pan-European Equity -2,21%
  5,9% Threadneedle American Growth -4,49%
  5,5% Credit Suisse EF(Lux) Global Fin. -8,91%
       
       
Vom 01.06.1999 bis 31.10.2002: Dachfonds 2 -15,26%
       




Beispielhafter Vergleich von Dachfonds 3 zu internationalen Aktienfonds


Dachfonds Beispiel 3

  Anteil Fonds Rendite p.a.
Zusammensetzung zum 31.10.2002: 12,0% DIT Aktien Deutschland AF -28,62%
  10,9% DWS Vermögensbildungsfonds I -27,01%
  10,8% Templeton Growth Fund Inc -12,80%
  9,6% Raiffeisen-Global-Aktien T -22,34%
  8,5% Gartmore Continental Europe -26,39%
  6,9% Henderson Cont. European Eq. -29,28%
  5,3% Gartmore Emerging Markets -20,74%
  5,0% Henderson Pacific Equity -19,33%
  4,2% JF China A - USD -22,10%
       
       
Vom 01.02.2001 bis 31.10.2002: Dachfonds 3 -33,42%
       




Leicht festzustellen ist also: Die Rendite nahezu aller(!) Schwergewicht-Einzelfonds übertrifft die Rendite der Dachfonds im jeweiligen Vergleichszeitraum deutlich - und nicht nur am Ende, sondern nahezu kontinuierlich während des gesamten Zeitraums. Was genau wurde da "gemanagt"?


Zu erwarten wäre eine Art "Mischrendite" des Dachfonds, d.h. die Rendite müsste sich ungefähr als gewichteter Durchschnitt der Rendite der Einzelfonds einpendeln - davon sind die vorliegenden Ergebnisse allerdings weit entfernt.


An der Qualität der ausgewählten Fonds lag es nicht - die sind in ihrer jeweiligen Kategorie erstklassig.


Nun also eine naheliegende Idee: Anstelle des Dachfonds wählen wir wenige erstklassige international und branchenübergreifend anlegende Fonds.


Zwei Beispiel-Depots:

  Fonds Anteil
Variante 1: Templeton Growth Fund 50%
  Pioneer Fund 30%
  Fidelity European Growth 20%
     
Variante 2: Templeton Growth Fund 50%
  DWS Vermögensbildungsfonds I 30%
  ACMGl Global Growth Trends 20%


Vergleich Dachfonds mit zwei Varianten von zusammengestellten Aktienfonds


Innerhalb guter Fondspolicen sind die beiden Beispiel-Varianten zu besparen.


Und es ist nicht so, dass die Rendite des Fonds unwichtig wäre. Schließlich steht und fällt die Rendite einer Fondspolice mit der Rendite des darin besparten Fonds-Depots. Und nur wenige Prozent können ein Vermögen bedeuten - ein Vermögen, das schließlich den eigenen Lebensstandard bestimmen wird:


Sparplan 100,- Euro monatlich über 35 Jahre

bei 7% p.a. 172.174 Euro
bei 9,5% p.a. 304.950 Euro
bei 12% p.a. 551.666 Euro


Nette Unterschiede ...
Welche Ablaufleistung motiviert Sie mehr?


Zusammengefasst: Die Idee eines Dachfonds war und ist genial - eine professionelle Fondsvermögensverwaltung mit kleinen Sparbeiträgen und wenig Aufwand.
Doch sollte hier nicht ebenso gelten, was stets für Investmentfonds mit einem aktiv eingreifenden Management gilt: Ein neu oder vor kurzem aufgelegter Fonds muss erst beweisen, dass sein Management wirklich in der Lage ist, über längere Zeit erfolgreich mit dem Geld der Anleger zu wirtschaften?
Gerade für die eminent wichtige Altersvorsorge gilt es, keine Experimente zu machen, sondern vielmehr auf bewährte und erfolgreiche Fonds zu setzen.


Wir informieren Sie und stellen Ihre Fonds-Strategie auf den Prüstand.



Letzte Aktualisierung: Dezember 2002
Autor: Michael Bergmann