Altersvorsorge
Wer träumt nicht davon die kühlen, ungemütlichen Monate in südlichen Gefilden zu verbringen – besonders im Ruhestand ist dieser Traum sehr verlockend. Doch für die, die sich ausschließlich auf die gesetzliche Rente verlassen, wird der Traum von der Südsee allenfalls ein Traum bleiben. Denn mit der Rente oder Pension vom Staat können insbesondere jüngere Jahrgänge bei weitem nicht ihren Lebensstandard halten – Reisen sind völlig undenkbar.
SPD-Gesundheits- und Sozialexperte Karl Lauterbach sagte in der "Bild"-Zeitung: "Immer mehr Rentner fallen in Altersarmut"
Grund für die schrumpfenden Altersbezüge vom Staat ist die demografische Entwicklung.

Quelle: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/VorausberechnungBevoelkerung/InteraktiveDarstellung/Content75/Bevoelkerungspyramide1W1,templateId=renderSVG.psml
Künftig werden immer weniger Arbeitnehmer für die Bezüge, Renten oder Pensionen von immer mehr Ruheständlern aufkommen müssen. Deutschland vergreist. Im Jahr 2050 wird gut 40 % der Menschen in Deutschland älter als 60 Jahre sein. Der Anteil der Kinder schrumpft auf 15 %. Diese Entwicklung stellt das umlagefinanzierte Rentensystem auf eine harte Probe.

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Hinzu kommt: Dank des medizinisch, technischen Fortschritts werden die Bürger immer älter. Die längere Lebenserwartung ist für den einzelnen ein Segen. Sie belastet jedoch das Rentensystem. Immer länger muss die Rentenversicherung Leistungen auszahlen. Das geht ins Geld. 2007 erhielten über 10.000 hundertjährige Ruheständler eine gesetzliche Rente - fast doppelt so viele wie 5 Jahre zuvor.
Das Problem ist jedoch nicht so groß wie es erscheint. Durch Reformen hat die Politik auf die Entwicklung reagiert. In den Rentenreformen 2001 und 2005 bewirkte die Regierung, dass das Rentenniveau in den kommenden Jahren deutlich abgesenkt wird. Wer 2040 in den Ruhestand geht, muss dann mit gerade einmal 38 % seines letzten Bruttoeinkommens auskommen, ermittelte die Rürup-Kommission.
Zudem gelten diese Werte nur für Eckrentner. Eckrentner haben 45 Jahre lang Beiträge in die staatliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Doch das schaffen heute nur noch die allerwenigsten. Längere Ausbildungszeiten, Zeiten der Erwerbslosigkeit sowie die Elternzeit reduzieren die gesetzlichen Rentenansprüche zum Teil erheblich. Derzeit können zu Rentenbeginn gerade einmal 36% der Männer und 7% der Frauen 45 Beschäftigungsjahre verweisen.
Hinzu kommt, dass diese 38% vor Abzug von Sozialabgaben und Steuern gelten. Die Abgabenlast steigt seit 2005 von Rentnerjahrgang zu Rentnerjahrgang.
Denn mit dem neuen Alterseinkünftegesetz führte die Regierung die nachgelagerte Besteuerung ein. Hierin wird geregelt, dass der Staat den Vorsorgeeifer der Bürger in jungen Jahren unterstützt. Er gibt Steuerersparnisse und zahlt Zulagen. Im Alter holt er sich dafür einen Teil seiner Unterstützung zurück. Rentner müssen nach und nach einen immer größeren Anteil der Rente versteuern.
Aber auch Arbeitnehmer, die sich früher in den Ruhestand verabschieden, als vom Gesetzgeber vorgesehen, müssen kräftige Abschläge bei den Rentenbezügen in Kauf nehmen. 2007 führte der Gesetzgeber die "Rente mit 67" ein. Das Renteneintrittsalter steigt für jüngeren kontinuierlich an. Wer 1964 oder später geboren wurde, kann nur mit finanziellen Einbußen vor dem Alter von 67 Jahren in den Ruhestand oder die Pension gehen. Es ist jedoch fraglich ob diese Regelung so bestehen bleibt. So kommt es mittlerweile des Öfteren vor, dass darüber diskutiert wird, dieses Alter noch zu erhöhen.
Die Rente wird für jeden Monat, den ein Arbeitnehmer früher in Rente geht, um einen Abschlag von 0,3% gekürzt. Daraus ergibt sich, dass alle Jahrgänge die nach 1964 geboren sind und mit 65 in Rente gehen, mindestens 7,2% Abschlag auf ihre Rente erhalten - und das die gesamte Rentenzeit lang.
"Besonders groß ist die Vorsorgelücke bei gut verdienenden Akademikern", sagt Raffelhüschen. Das Berufsleben startet bei diesen wegen der längeren Ausbildungszeiten erst wesentlich später. Diese Verzögerung wirkt sich dementsprechend auch auf die Einzahlung in die gesetzlichen Sicherungssysteme aus. Zudem werden nur Beiträge bis zur Beitragsbemessungsgrenze bei der gesetzlichen Rente berücksichtigt. Liegt das Einkommen über diesen Grenzen, können die Rentenansprüche nicht entsprechend mitwachsen. "Je höher das Einkommen, umso größer die Lücke, die es zu schließen gilt", sagt Raffelhüschen.
Auch Ehepaare, bei denen einer geringe oder keine Einkünfte hat, müssen im Alter mit entsprechend großen Lücken kämpfen. Für viele dürfte es dann unmöglich sein, den gewohnten Lebensstandard zu halten. In jungen Jahren wirkt der Vorteil des Ehegatten-Splittings am intensivsten und erhöht das monatliche Netto und damit den Lebensstandard. Die Rente wird jedoch aufs Brutto gezahlt und im Alter ist bei der zu erwartenden Entwicklung kein wirklicher unterschied zwischen Brutto und Netto, da hier die Rente für ein solches Paar sehr gering ausfallen wird.
Noch jüngere Jahrgänge müssen nicht nur Rentenkürzungen kompensieren, sondern auch die von Jahrgang zu Jahrgang steigende steuerliche Belastung. Ursache hierfür ist die nachgelagerte Besteuerung, die mit dem Alterseinkünftegesetz verabschiedet wurde. Wer 2040 oder danach in Rente geht, wird 100 % seiner gesetzlichen Rente versteuern müssen.
Aus unserer Sicht gibt es aus diesem Grund nur einen Weg sich vor der Altersarmut zu schützen. Jeder ist verpflichtet sich intensiv mit seiner Vorsorge zu beschäftigen. Hierbei basiert eine solide Planung des Vermögens für das Alter auf mehreren Säulen.
- Im ersten Schritt sollte man darauf achten, dass die Arbeitskraft abgesichert ist. Sollte diese verloren gehen und es liegt kein Versicherungsschutz für diesen Fall vor, kann auch der strategische Aufbau der Altersvorsorge nicht weiter funktionieren.
- Eventuelle Haftungsprobleme sollten als erstes mit einer Haftpflichtversicherung abgesichert sein.
- Im nächsten Schritt ist zu bedenken, dass vor dem Sparen erst einmal ein ausgeglichener Haushalt steht. Es ist somit wichtig, dass erst einmal alle Schulden getilgt sind. Meist erhält ein Sparer geringere Zinsen auf sein Guthaben als er für seine Schulden zahlt.
- Erst wenn diese Punkte „Absicherung“ und „keine Schulden“ gewährleistet sind, ist das sparen für die Altersvorsorge an der Reihe. Hierbei gibt es viele Parameter zu beachten. Besonders wichtig sind hierbei die Betrachtung von inflationssicheren Anlagen, steuerlichen Aspekten und die Möglichkeit flexibel auf Veränderungen des Lebens reagieren zu können.
Unsere Experten helfen Ihnen gerne bei der Auswahl Ihrer Absicherung und Vorsorge. Nehmen Sie noch heute Kontakt zu uns auf und vereinbaren Sie einen Termin.
Autor: Alexander Koch



